Omeprazol
Zeigt 4 von 4 ErgebnisseOmeprazol wird primär verwendet, um Zustände zu behandeln, die mit einer übermäßigen Produktion von Magensäure verbunden sind, wie zum Beispiel Geschwüre und gastroösophagealen Reflux.
Wesentliche Erkenntnisse
- Protonpumpenhemmung: Omeprazol wirkt als selektiver Hemmer der Protonpumpe in den Magenschleimhautzellen.
- Reduzierung der Säuresekretion: Durch die Hemmung der Protonpumpe reduziert Omeprazol die Produktion von Magensäure im Magen.
- Heilung von Säurebedingten Zuständen: Diese Reduzierung der Säuresekretion hilft, säurebedingte Zustände wie Geschwüre zu heilen und Symptome, die mit einer übermäßigen Säureproduktion verbunden sind, zu reduzieren.
Pharmakokinetik
- Bioverfügbarkeit: Omeprazol weist eine orale Bioverfügbarkeit von etwa 35–76 % auf, abhängig von Spezies, Formulierung und Fütterungsstatus. Bei wiederholter Gabe kann sich die Bioverfügbarkeit aufgrund Hemmung der eigenen Metabolisierung erhöhen.
- Plasmaproteinbindung: Omeprazol ist zu etwa 95 % an Plasmaproteine gebunden, was seine Verteilung im Gewebe beeinflusst.
- Metabolismus: Der Abbau erfolgt primär hepatisch über das Cytochrom-P450-Enzymsystem, insbesondere über CYP2C19 und CYP3A4. Der Metabolismus ist relativ schnell, weshalb magensaftresistente Formulierungen für eine systemische Wirkung notwendig sind.
- Eliminationshalbwertszeit: Die Eliminationshalbwertszeit beträgt etwa 1 bis 1,2 Stunden. Dennoch hält die Wirkung auf die Protonenpumpen deutlich länger an, da diese irreversibel gehemmt werden.
- Ausscheidung: Die Ausscheidung erfolgt zu etwa 80 % über die Nieren (renal) und zu etwa 20 % über die Galle mit dem Stuhl.
Anwendung bei verschiedenen Tierarten
Hund
Bei Hunden wird Omeprazol häufig zur Behandlung von ulzerativen Magen-Darm-Erkrankungen, ösophagealen Reflux, Helicobacter-assoziierten Gastritiden oder NSAID-induzierten Magenläsionen eingesetzt. Die Wirkung ist bei regelmäßiger, idealerweise morgendlicher Gabe auf nüchternen Magen am effektivsten. Eine magensaftresistente Formulierung ist für eine zuverlässige Wirkung essenziell.
Katze
Auch bei Katzen kommt Omeprazol bei Verdacht auf Magenulzera, chronischem Erbrechen unbekannter Ursache oder im Rahmen einer multimodalen Therapie gastrointestinaler Erkrankungen zum Einsatz. Die Bioverfügbarkeit scheint bei Katzen variabel zu sein, weshalb eine engmaschige klinische Kontrolle empfohlen wird. Die orale Gabe kann bei Katzen problematisch sein – daher werden häufig Kapseln geöffnet und über Futter gegeben oder spezielle Compounding-Formen genutzt.
Pferd
Omeprazol ist beim Pferd eine Standardtherapie bei Magengeschwüren (Equine Gastric Ulcer Syndrome, EGUS). Hierbei wird zwischen squamösen und glandulären Läsionen unterschieden, wobei das Ansprechen auf Omeprazol v. a. bei squamösen Ulzera sehr gut ist. Die optimale Wirkung wird durch orale Gabe auf nüchternen Magen erreicht. Langzeittherapie erfordert gelegentlich eine Dosisanpassung oder eine Kombination mit Antazida oder Sucralfat.
Rind
In der Rinderpraxis wird Omeprazol nur selten routinemäßig eingesetzt, jedoch findet es in der Kälbermedizin Anwendung bei Abomasengeschwüren oder beim Ulcusverdacht. Die Nutzung erfolgt häufig off-label. Aufgrund der Pharmakokinetik und unzureichender Daten zur Rückstandsproblematik in lebensmittelliefernden Tieren ist die Anwendung mit Vorsicht zu bewerten, insbesondere unter Berücksichtigung geltender Absetzfristen und der Umwidmungsregel.
Besonderheiten und Sicherheit
Omeprazol wird in der Regel gut vertragen. In der Langzeitanwendung kann es jedoch – wie auch beim Menschen – zur Hypochlorhydrie, Malabsorption von Vitamin B12 oder Veränderungen der intestinalen Mikrobiota kommen. Bei Kombination mit Medikamenten, die ebenfalls über CYP2C19/CYP3A4 verstoffwechselt werden, sind potenzielle Wechselwirkungen zu beachten.