Sulfaclozin-Na 60%
ATC-Code
Tierarten
Huhn, Truthuhn
Diagnosen
Zur Behandlung von Kokzidiosen im frühen Stadium der Infektion und von durch Salmonella gallinarum hervorgerufenen Salmonellosen im frühen Stadium der Infektion.
Wartezeit
Hühner: essbare Gewebe: 16 Tage
Truthühner: essbare Gewebe: 21 Tage
Nicht bei Hühnern und Truthühnern anwenden, deren Eier für den menschlichen Verzehr vorgesehen sind.
Dosierung und Art der Anwendung
Zum Eingeben über das Trinkwasser.
Hühner und Truthühner:
Kokzidiosen, nicht durch E. tenella oder E. necatrix hervorgerufen:
50 mg Sulfaclozin/kg Körpergewicht (KGW)/ Tag entsprechend95 mg Tierarzneimittel pro kg (KGW)/ Tag
Kokzidiosen, durch E. tenella oder E. necatrix hervorgerufen:
75-100 mg Sulfaclozin/kg Körpergewicht (KGW)/Tag entsprechend
143-190 mg Tierarzneimittel pro kg KGW/Tag
Salmonellosen, durch Salmonella gallinarum hervorgerufen:
50-100 mg Sulfaclozin/kg Körpergewicht (KWG)/Tag entsprechend 95-190 mg Tierarzneimittel pro kg KGW/Tag
Bei jungen Tieren beträgt die maximale Tagesdosis 60 mg Sulfaclozin/kg KWG entsprechend 114 mg Tierarzneimittel pro kg KGW.
Die Dosierung ist nach der aktuellen, tatsächlichen täglichen Trinkwasseraufnahme der Tiere auszurichten, da diese in Abhängigkeit von der Geflügelart, dem Alter, Gesundheitszustand und der Nutzungsart der Tiere und in Abhängigkeit von der Haltung (z.B. unterschiedliche Umgebungstemperatur, unterschiedliches Lichtregime) schwankt.
Auf der Grundlage der empfohlenen Dosis sowie der Anzahl und des Gewichts der zu behandelnden Tiere sollte die genaue zu verabreichende Tagesmenge des Tierarzneimittels nach der folgenden Formel berechnet werden:
Die entsprechende Menge Pulver ist täglich frisch in einer kleinen Menge Wasser vollständig zu lösen und dem Trinkwasser zuzufügen.
Hinweis:
In einem Liter Trinkwasser lösen sich bei Raumtemperatur ca. 100 g Tierarzneimittel.
Dabei ist zu beachten, dass die Löslichkeit von Tierarzneimitteln in Trinkwasser in Abhängigkeit von der Wasserqualität (z. B. Temperatur, pH-Wert, Salzgehalt) schwanken kann.
Um eine gleichmäßige Wasseraufnahme für alle Tiere zu gewährleisten, ist ein ausreichendes Tränkeplatzangebot sicherzustellen. Bei Auslaufhaltung sollten die Tiere während der Behandlung im Stall gehalten werden.
Behandlungsdauer Kokzidiosen:
- 3 aufeinander folgende Tage, oder
- 1., 3., 5., 7. und 9. Tag, oder
- 1., 2., 5., 6. und 9. Tag
Behandlungsdauer Salmonellosen:
- 5 aufeinander folgende Tage
Bei Tieren mit deutlich gestörtem Allgemeinbefinden und/ oder bei Tieren mit Inappetenz sollte einem parenteral zu verabreichenden Tierarzneimittel der Vorzug gegeben werden.
Nach Beendigung der Behandlung ist die Tränkeeinrichtung in geeigneter Weise zu reinigen, um eine Aufnahme subtherapeutischer, insbesondere resistenzfördernder Restmengen des Tierarzneimittels zu vermeiden.
Sollte bei Salmonella gallinarum-Infektionen nach 3 Behandlungstagen keine deutliche Besserung des Krankheitszustandes eingetreten sein, ist eine Überprüfung der Diagnose und ggf. eine Therapieumstellung durchzuführen.
Nebenwirkungen
Huhn, Truthuhn:
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Selten (1 bis 10 Tiere / 10 000 behandelte Tiere): |
Inappetenz Durchfall Rückgang der Legeleistung Wachstumsdepression Hämorrhagie |
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Unbestimmte Häufigkeit (kann auf Basis der verfügbaren Daten nicht geschätzt werden): |
Hepatopathien Allergische Reaktion Blutbildveränderung (Agranulozytose, Thrombozytopenie)1 |
1 bei Langzeitverabreichung durch Störung der Leukopoese.
Beim Auftreten o.g. Nebenwirkungen ist ein sofortiges Absetzen des Tierarzneimittels erforderlich.
Gegenmaßnahmen: Bei anaphylaktischem Schock: Epinephrin (Adrenalin) und Glukokortikoide. Bei allergischen Hautreaktionen: Antihistaminika und/oder Glukokortikoide.
Die Meldung von Nebenwirkungen ist wichtig. Sie ermöglicht die kontinuierliche Überwachung der Verträglichkeit eines Tierarzneimittels. Die Meldungen sind vorzugsweise durch einen Tierarzt über das nationale Meldesystem an das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) oder an den Zulassungsinhaber zu senden. Die entsprechenden Kontaktdaten finden Sie in der
Packungsbeilage oder auf der Primärverpackung. Meldebögen und Kontaktdaten des BVL sind auf der Internetseite https://www.vet-uaw.de/ zu finden oder können per E-Mail (uaw@bvl.bund.de) angefordert werden. Für Tierärzte besteht die Möglichkeit der elektronischen Meldung auf der oben genannten Internetseite.
EMA Kategorisierung
Literaturhinweis
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