Sulfadimidin 100%
Wirkstoff
ATC-Code
Tierarten
Rind, Kalb, Schaf, Ziege, Schwein, Ferkel, Pferd, Fohlen, Hund
Diagnosen
Zur Behandlung von folgenden durch Sulfonamid-empfindliche Erreger hervorgerufene Krankheiten im frühen Stadium der Infektion:
- Blutvergiftung (Septikämie, Bakteriämie)
- Bakterielle Sekundärerkrankungen bei Virusinfektionen
- Infektionen des Atmungstraktes
- Infektionen des Magen-Darm-Traktes
- Infektionen der Harnwege und Geschlechtsorgane
- Fieberhafte Euter- und Gebärmutterentzündungen
- Bakterielle Puerperalerkrankungen
- Kälberdiphteroid (Nekrobazillose)
- Nabelinfektionen
- Gelenkentzündungen
- Klauenentzündungen - Haut- und Wundinfektionen - Kokzidiosen.
Wartezeit
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Rinder: |
Essbare Gewebe: 12 Tage |
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Milch: 120 Stunden (5 Tage) |
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Ziegen: |
Essbare Gewebe: 10 Tage |
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Milch: 120 Stunden (5 Tage) |
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Schafe: |
Essbare Gewebe: 8 Tage |
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Milch: 72 Stunden (3 Tage) |
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Schweine: |
Essbare Gewebe: 12 Tage |
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Pferde: |
Essbare Gewebe: 10 Tage |
Nicht bei Stuten anwenden, deren Milch zum menschlichen Verzehr vorgesehen ist.
Dosierung und Art der Anwendung
Zum Eingeben über das Futter.
Rind, Kalb, Schwein, Ferkel, Pferd, Fohlen, Hund:
50-100 mg Sulfadimidin/kg Körpergewicht (KGW) pro Tag; entsprechend:
0,5-1 g Tierarzneimittel pro 10 kg KGW pro Tag
Die Behandlung sollte mit einer intravenösen Injektion einer Initialdosis (100 mg/kg KGW) eines parenteral zu verabreichenden Tierarzneimittels begonnen werden und an den darauffolgenden 2-6 Tagen mit dem Tierarzneimittel in einer Erhaltungsdosis (50-65 mg/kg KGW) fortgesetzt werden.
Schaf, Ziege:
100 mg Sulfadimidin/kg Körpergewicht (KGW) pro Tag; entsprechend:
1 g Tierarzneimittel pro 10 kg KGW pro Tag
Behandlungsdauer: 5-7 aufeinander folgende Tage. Tagesdosis 1-mal täglich oder gleichmäßig verteilt auf mehrere Einzeldosen verabreichen.
Das Pulver ist vor jeder Applikation so in einen Teil des Futters frisch einzumengen, dass eine vollständige Durchmischung erreicht wird und ist vor der eigentlichen Fütterung zu verabreichen.
Es ist darauf zu achten, dass die vorgesehene Dosis jeweils restlos aufgenommen wird.
Sollte nach 3 Behandlungstagen keine deutliche Besserung des Krankheitszustandes eingetreten sein, ist eine Überprüfung der Diagnose und ggf. eine Therapieumstellung durchzuführen. Nach Abklingen der klinischen Symptome sollte die Behandlung noch 2 Tage fortgesetzt werden.
Bei Tieren mit deutlich gestörtem Allgemeinbefinden sollte einem parenteral zu verabreichenden Tierarzneimittel der Vorzug gegeben werden.
Das Tierarzneimittel sollte nur zur Behandlung einzeln gefütterter Tiere oder einer kleinen Tiergruppe verabreicht werden, bei der die Aufnahme durch das Einzeltier effektiv kontrolliert werden kann.
Nebenwirkungen
Rind, Kalb, Schaf, Ziege, Schwein, Ferkel, Pferd, Fohlen, Hund:
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Unbestimmte Häufigkeit (kann auf Basis der verfügbaren Daten nicht geschätzt werden): |
Hepathopathie Nephropathie (Hämaturie, Kristallurie, Nierenkolik, Strangurie) Inappetenz Allergische Reaktion Blutbildveränderung, Leukozytose1 Verminderte Tränkeaufnahme2, Durchfall2, |
1bei Rindern
2 bei Kälbern
3 bei Verabreichung hoher Dosen
4 bei Rindern ist eine Hemmung der Zelluloseverdauung beobachtet worden
5 bei Läufern und Ferkeln nach länger andauernder Behandlung, wobei auch Todesfälle berichtet wurden. Eine Vitamin K-Substitution kann das Risiko des Auftretens eines hämorrhagischen Syndroms vermindern. Einstreulose Haltung stellt infolge verminderter Möglichkeit zur Koprophagie und damit fehlender Aufnahme von Vitamin K einen prädisponierenden Faktor dar.
Beim Auftreten o.g. Nebenwirkungen ist ein sofortiges Absetzen des Tierarzneimittels erforderlich.
Gegenmaßnahmen:
Bei Hinweisen auf Nierenschädigung: Flüssigkeitszufuhr und Harnalkalisierung.
Bei anaphylaktischem Schock: Epinephrin (Adrenalin) und Glukokortikoide i.v..
Die Meldung von Nebenwirkungen ist wichtig. Sie ermöglicht die kontinuierliche Überwachung der Verträglichkeit eines Tierarzneimittels. Die Meldungen sind vorzugsweise durch einen Tierarzt über das nationale Meldesystem an das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) oder an den Zulassungsinhaber zu senden. Die entsprechenden Kontaktdaten finden Sie in der Packungsbeilage. Meldebögen und Kontaktdaten des BVL sind auf der Internetseite https://www.vetuaw.de/ zu finden oder können per E-Mail (uaw@bvl.bund.de) angefordert werden. Für Tierärzte besteht die Möglichkeit der elektronischen Meldung auf der oben genannten Internetseite.
EMA Kategorisierung
Literaturhinweis
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