Lincomycinhydrochlorid
ATC-Code
Tierarten
Schwein
Diagnosen
Schweinedysenterie, hervorgerufen durch Lincomycin-empfindliche Erreger.
Wartezeit
Schweine:
Essbare Gewebe: 5 Tage
Dosierung und Art der Anwendung
Zum Eingeben über das Trinkwasser.
Schwein:
4,5 – 5,0 mg Lincomycin/kg/KGW/Tag entsprechend 11 – 12 mg Tierarzneimittel/kg/KGW/Tag.
Es ist darauf zu achten, dass die vorgesehene Dosis jeweils restlos aufgenommen wird.
Die erforderliche Dosismenge/Menge Tierarzneimittel ist abzuwiegen.
Die Verabreichung von Tierarzneimittel sollte vor der Fütterung erfolgen, da die enterale Resorption des Wirkstoffes bei gleichzeitiger Futteraufnahme um etwa die Hälfte vermindert ist. Die Dosierung ist nach der aktuellen, tatsächlichen täglichen Trinkwasseraufnahme der Tiere auszurichten, da diese in Abhängigkeit vom Alter, Gesundheitszustand und der Nutzungsart der Tiere und in Abhängigkeit von der Haltung schwankt.
Auf der Grundlage der empfohlenen Dosis sowie der Anzahl und des Gewichts der zu behandelnden Tiere sollte die genaue zu verabreichende Tagesmenge des Tierarzneimittels nach der folgenden Formel berechnet werden:
Schweine:
Die entsprechende Menge Tierarzneimittel ist täglich frisch in einer kleinen Menge Wasser vollständig zu lösen und dem Trinkwasser zuzufügen.
Zur Behandlung von einzelnen Tieren ist die erforderliche Menge Tierarzneimittel zuvor in einem Teil des Trinkwassers vollständig zu lösen und sofort zu verabreichen.
Das mit dem Tierarzneimittel versetzte Trinkwasser sollte mindestens 5 Tage über das Ausklingen der Symptome hinaus, aber höchstens 10 Tage verabreicht werden.
Sollte nach drei Behandlungstagen keine deutliche Besserung des Krankheitszustandes eingetreten sein, ist eine Überprüfung der Diagnose und ggf. eine Therapieumstellung durchzuführen.
Bei Tieren mit deutlich gestörtem Allgemeinbefinden und/oder bei Tieren mit Inappetenz sollte initial einem parenteral zu verabreichenden Tierarzneimittel der Vorzug gegeben werden.
Nach Beendigung der Behandlung ist die Tränkeeinrichtung in geeigneter Weise zu reinigen, um eine Aufnahme subtherapeutischer, insbesondere resistenzfördernder Restmengen des eingesetzten Antibiotikums zu vermeiden.
Um eine gleichmäßige Wasseraufnahme für alle Tiere zu gewährleisten, ist ein ausreichendes Tränkeplatzangebot sicherzustellen. Bei Auslaufhaltung sollten die Tiere während der Behandlung im Stall gehalten werden.
Nebenwirkungen
Schwein:
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Gelegentlich (1 bis 10 Tiere / 1 000 behandelte Tiere): |
Erbrechen[1] Durchfall1 Anorexie1 |
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Sehr selten (< 1 Tier/10 000 behandelte Tiere, einschließlich Einzelfallberichte): |
Hautrötung[2],6, Ödeme2,6 Unruhe Anaphylaxie[3], allergische Hautreaktion[4] Neuromuskuläre Störung[5] Agranulozytose, Leukopenie, Thrombozytopenie, erhöhte Serum-AST-Aktivität Beeinflussung der Reizleitungsgeschwindigkeit im Herzen, Hypotension |
1 Bei kurz nach Behandlungsbeginn auftretenden gastrointestinalen Störungen oder Verstärkung bereits vorhandener Durchfälle ist ein Therapieabbruch bzw. -wechsel angezeigt.
2 Innerhalb von 18 bis 36 Stunden nach Behandlungsbeginn und innerhalb von 5-8 Tagen von selbst abklingend.
3 Epinephrin (Adrenalin) und Glukokortikoide i.v.
4 Antihistaminika und/oder Glukokortikoide
5 Blockade, die nicht durch indirekt wirksame Parasympathomimetika (z.B. Neostigmin) oder durch Kalzium nur partiell aufgehoben wird.
6 Anal- und Vulvagegend
Die Meldung von Nebenwirkungen ist wichtig. Sie ermöglicht die kontinuierliche Überwachung der Verträglichkeit eines Tierarzneimittels. Die Meldungen sind vorzugsweise durch einen Tierarzt über das nationale Meldesystem an das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) oder an den Zulassungsinhaber zu senden. Die entsprechenden Kontaktdaten finden Sie in der Packungsbeilage und auf der Primärverpackung. Meldebögen und Kontaktdaten des BVL sind auf der Internetseite https://www.vet-uaw.de/ zu finden oder können per E-Mail (uaw@bvl.bund.de) angefordert werden. Für Tierärzte besteht die Möglichkeit der elektronischen Meldung auf der oben genannten Internetseite.
EMA Kategorisierung
Literaturhinweis
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