Narketan
ATC-Code
Tierarten
Pferd, Hund, Katze
Diagnosen
Zur Kurznarkose bei Pferd, Hund und Katze für diagnostische und kleinere operative Eingriffe und schmerzhafte Behandlungen wie:
- Untersuchung unruhiger, aufgeregter oder aggressiver Tiere
- Röntgendiagnostik
- Abszessspaltung
- Fremdkörperentfernung
- Eingriffe in die Mundhöhle, an Gesicht und Ohr
- Zahnreinigung, Zahnextraktion
- Krallenentfernung, Scheren
- Punktionen
- Wundversorgung
- Verbandwechsel, Gipsverband (Reposition von Frakturen)
Bei Pferd und Hund ist Ketamin auch zur Kurznarkose nur in Kombination mit anderen Sedativa, Injektions- und Inhalationsnarkotika anzuwenden.
Für chirurgische Eingriffe und Operationen im viszeralen Bereich ist eine Kombination mit Sedativa, Injektions- und Inhalationsnarkotika notwendig.
Wartezeit
Pferde:
Essbare Gewebe: Null Tage.
Milch: Null Stunden.
Dosierung und Art der Anwendung
Zur intravenösen und intramuskulären Anwendung
Um eine korrekte Dosierung zu gewährleisten, sollte das Körpergewicht so genau wie möglich ermittelt werden.
Pferd
Narketan ist beim Pferd nur nach sedativer Prämedikation anzuwenden.
2 ml/100 kg KGW (= 2 mg/kg) schnell intravenös
Prämedikation z. B.:
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Acepromazin danach |
0,1 mg/kg KGW i.m. |
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Guaifenesin |
90 - 120 mg/kg KGW i.v. |
oder
| Xylazin danach |
0,4 - 0,6 mg/kg KGW i.v. |
| Guaifenesin | 90 - 120 mg/kg KGW i.v. |
Nach sedativer Prämedikation mit Acepromazin resp. Xylazin wird Guaifenesin infundiert, bis das Pferd erste Anzeichen der Relaxation zeigt. Guaifenesin führt dabei zu einer Verlängerung der Wirkung und zum sanfteren Erwachen. Darauf erfolgt die schnelle i.v. Injektion von Narketan. Zur Verlängerung der Wirkung kann Narketan in gleicher Dosis i.v. nachgegeben werden.
Hund
Narketan ist beim Hund nur in Kombination mit anderen Sedativa, Injektions- oder Inhalationsnarkotika zu verwenden.
0,05 - 0,1 ml/kg KGW intramuskulär (= 5-10 mg/kg)
0,02 ml/kg KGW intravenös (= 2 mg/kg)
Narketan kann beim Hund zur Vertiefung einer Sedation oder einer Neuroleptanalgesie verwendet werden. Zur Verhinderung einer Salivation ist eine Atropinisierung (0,05 mg/kg KGW) indiziert.
Anästhesiebeispiel z. B.:
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Atropin |
0,05 mg/kg KGW i.m., i.v. |
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zusammen mit |
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Xylazin |
2,0 mg/kg KGW i.m. |
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nach deren Wirkungseintritt |
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Narketan |
0,05 - 0,1 ml/kg KGW i.m. oder 0,02 ml/kg KGW i.v. |
Eine Verlängerung der Anästhesie durch Nachinjektion von Narketan (nach Wirkung) ist möglich.
Katze
0,2 - 0,4 ml/kg KGW intramuskulär (= 20 - 40 mg/kg) je nach Schwere des Eingriffs
Obwohl bei der Katze eine Monoanästhesie mit Narketan möglich ist, lassen sich Nebenwirkungen durch Kombinationen mit anderen Substanzen, z.B. Xylazin weitgehend verhindern. Zur Verhinderung einer Hypersalivation ist eine Atropinisierung (0,025 - 0,05 mg/kg KGW s.c. oder i.m.) indiziert.
Anästhesiebeispiel z. B.:
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Atropin |
0,025 - 0,05 mg/kg KGW s.c. oder i.m. |
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zusammen mit |
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Xylazin |
2,0 mg/kg KGW i.m. |
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nach deren Wirkungseintritt |
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Narketan |
0,06 - 0,1 ml/kg KGW i.m. (= 6 - 10 mg/kg KG) |
Nebenwirkungen
Pferd, Hund, Katze
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Sehr selten (< 1 Tier/10 000 behandelte Tiere, einschließlich Einzelfallberichte): |
Atemdepression1, Atemstillstand1 Erhöhte Herzfrequenz, erhöhter Blutdruck2 vermehrter Speichelfluss Mydriasis, Nystagmus (Augenzittern), offene Augen Hyperästhesie3, Erhöhte Geräuschempfindlichkeit3, erhöhter Muskeltonus4, Hyperreflexie5, Erregungszustand5, Vokalisation5 |
1 Dosisabhängig, kann insbesondere bei Katzen zu Atemstillstand führen. Bei Kombination mit Tierarzneimitteln, die atemdepressiv wirkende Wirkstoffe enthalten, wie z. B. Xylazin, wird die Atemdepression verstärkt.
2 Kann zu einer erhöhten Blutungsneigung führen.
3 während der Anästhesie sowie in der Aufwach- und Erholungsphase.
4 der Skelettmuskulatur
5 Postnarkotische Zustände.
Die Meldung von Nebenwirkungen ist wichtig. Sie ermöglicht die kontinuierliche Überwachung der Verträglichkeit eines Tierarzneimittels. Die Meldungen sind vorzugsweise durch einen Tierarzt über das nationale Meldesystem an das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) oder an den Zulassungsinhaber zu senden. Die entsprechenden Kontaktdaten finden Sie in der Packungsbeilage. Meldebögen und Kontaktdaten des BVL sind auf der Internetseite https://www.vetuaw.de/ zu finden oder können per E-Mail (uaw@bvl.bund.de) angefordert werden. Für Tierärzte besteht die Möglichkeit der elektronischen Meldung auf der oben genannten Internetseite.
Literaturhinweis
| STATUS | Im Handel verfügbar |
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