Procamidor vet.
ATC-Code
Tierarten
Pferd, Rind, Schwein, Schaf, Hund und Katze
Diagnosen
Zur
- Infiltrationsanästhesie bei Pferden, Rindern, Schweinen, Schafen, Hunden und Katzen
- Leitungsanästhesie bei Hunden und Katzen
- Epiduralanästhesie bei Rindern, Schafen, Schweinen und Hunden
Wartezeit
Rinder, Schafe und Pferde:
Essbares Gewebe: Null Tage.
Milch: Null Stunden.
Schweine:
Essbares Gewebe: Null Tage
Dosierung und Art der Anwendung
Zur subkutanen, perineuralen und epiduralen Anwendung.
Zu Wirkungseintritt und -dauer, siehe Punkt 3.4.
1. Infiltrationsanästhesie
Subkutane Injektion in oder um das Operationsgebiet.
Pferde, Rinder, Schweine, Schafe
5 – 20 ml (entspricht 100 – 400 mg Procainhydrochlorid)
Hunde, Katzen
1 – 5 ml (entspricht 20 – 100 mg Procainhydrochlorid)
2. Leitungsanästhesie
Injektion in Höhe eines Nervenastes.
Hunde und Katzen
2 – 5 ml (entspricht 40 – 100 mg Procainhydrochlorid)
3. Epiduralanästhesie Injektion in den Epiduralraum.
Rind
Sakral- oder tiefe Epiduralanästhesie:
• Operationen am Schwanz:
Kalb: 5 ml (entspricht 100 mg Procainhydrochlorid) Jungrind: 7,5 ml (entspricht 150 mg Procainhydrochlorid)
Kuh oder Bulle: 10 ml (entspricht 200 mg Procainhydrochlorid) • Einfache geburtshilfliche Eingriffe:
Jungrind: 12 ml (entspricht 240 mg Procainhydrochlorid)
Kuh: 15 ml (entspricht 300 mg Procainhydrochlorid)
Hohe Epiduralanästhesie:
• Untersuchung und Chirurgie des Penis:
Kalb: 15 ml (entspricht 300 mg Procainhydrochlorid)
Jungrind: 30 ml (entspricht 600 mg Procainhydrochlorid) Bulle: 40 ml (entspricht 800 mg Procainhydrochlorid) Bei dieser Dosis können sich die behandelten Tiere hinlegen.
Schafe
Sakral- oder tiefe Epiduralanästhesie:
3 – 5 ml (entspricht 60 – 100 mg Procainhydrochlorid)
Hohe Epiduralanästhesie:
maximal 15 ml (entspricht 300 mg Procainhydrochlorid)
Schweine
1 ml (entspricht 20 mg Procainhydrochlorid) pro 4,5 kg Körpergewicht maximal 20 ml (entspricht 400 mg Procainhydrochlorid)
Hunde
2 ml (entspricht 40 mg Procainhydrochlorid) pro 5 kg Körpergewicht
Der Gummistopfen kann maximal 25-mal durchstochen werden.
Nebenwirkungen
Pferd, Rind, Schwein, Schaf, Hund und Katze:
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Häufig (1 bis 10 Tiere / 100 behandelte Tiere): |
Allergische Reaktion[1] |
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Selten (1 bis 10 Tiere / 10 000 behandelte Tiere): |
Anaphylaxie[2] |
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Unbestimmte Häufigkeit (kann auf Basis der verfügbaren Daten nicht geschätzt werden): |
Hypotonie[3] Ruhelosigkeit4,5, Tremor4,5, Konvulsion4,5, Depression5, Tod5,6 |
4 Vor allem bei Pferden. Nach Injektion von Procain kann eine Erregung des ZNS auftreten.
5Bei einer versehentlichen intravaskulären Injektion kann eine Erregung des ZNS auftreten. Es sollten kurz wirksame Barbiturate sowie Substanzen zur Ansäuerung des Harns verabreicht werden, um die renale Ausscheidung zu unterstützen.
6 In Folge einer Atemlähmung.
Die Meldung von Nebenwirkungen ist wichtig. Sie ermöglicht die kontinuierliche Überwachung der Verträglichkeit eines Tierarzneimittels. Die Meldungen sind vorzugsweise durch einen Tierarzt über das nationale Meldesystem entweder an den Zulassungsinhaber oder seinen örtlichen Vertreter oder die zuständige nationale Behörde zu senden.
Die entsprechenden Kontaktdaten finden Sie in der Packungsbeilage.
Meldebögen und Kontaktdaten des BVL sind auf der Internetseite https://www.vet-uaw.de/ zu finden oder können per E-Mail (uaw@bvl.bund.de) angefordert werden. Für Tierärzte besteht die Möglichkeit der elektronischen Meldung auf der oben genannten Internetseite.