Azaporc
Wirkstoff
ATC-Code
Tierarten
Schwein
Diagnosen
Neuroleptikum zur Sedierung:
1) Zur Anwendung bei Tieren mit aggressivem Verhalten
- nach Umgruppieren
- bei Sauen (Ferkelfressen)
2) Zur Anwendung bei Tieren mit Stresszuständen und zur Stressprophylaxe
- Kardiovaskulärer Stress
- Transport-bedingter Stress
3) Geburtshilfe
4) Zur Prämedikation vor einer Lokalanästhesie oder Narkose
5) Zur Symptomlinderung bei Tieren mit nutritiver Muskeldystrophie
Wartezeit
Essbare Gewebe: 18 Tage.
Dosierung und Art der Anwendung
Zur intramuskulären Anwendung.
Streng intramuskulär hinter dem Ohr injizieren. Es sollte eine lange Kanüle verwendet werden. Die
Injektion sollte möglichst dicht hinter dem Ohr und senkrecht zur Haut erfolgen. Wenn bei schweren
Tieren mit einer kurzen Kanüle in den Hals injiziert wird, besteht das Risiko, einen Teil des Tierarzneimittels in das Fettgewebe zu injizieren. In einem solchen Fall kann die Injektion eine unzureichende Wirkung haben.
Nicht mehr als 5 ml pro Injektionsstelle verabreichen.
Aggressives Verhalten (Ferkelfressen, Umgruppierung), Geburtshilfe:
2 mg Azaperon/kg Körpergewicht, entsprechend 1 ml des Tierarzneimittels je 20 kg Körpergewicht
Stresszustände:
- Kardiovaskulärer Stress:
0,4 mg Azaperon/kg Körpergewicht, entsprechend 0,2 ml des Tierarzneimittels je 20 kg Körpergewicht
- Transport-bedingter Stress bei Ferkeln, Läufern und Ebern:
1 mg Azaperon/kg Körpergewicht, entsprechend 0,5 ml des Tierarzneimittels je 20 kg Körpergewicht
- Transport-bedingter Stress bei Sauen und Mastschweinen
0,4 mg Azaperon/kg Körpergewicht, entsprechend 0,2 ml des Tierarzneimittels je 20 kg Körpergewicht
Prämedikation vor einer Lokalanästhesie oder Narkose, nutritive Muskeldystrophie:
1 – 2 mg Azaperon/kg Körpergewicht, entsprechend 0,5 – 1 ml des Tierarzneimittels je 20 kg Körpergewicht
Bei Ebern sollte eine Dosis von 1 mg/kg Körpergewicht nicht überschritten werden, da eine höhere Dosis zum Penisprolaps und dadurch zu Penisverletzungen führen kann.
Das Tierarzneimittel wird einmalig hinter dem Ohr injiziert.
Nach der Behandlung sollten die Tiere in einer ruhigen Umgebung allein gelassen werden.
Es muss eine Spritze mit geeigneter Skalierung verwendet werden, um eine präzise Verabreichung des erforderlichen Dosis-Volumens zu gewährleisten. Dies ist insbesondere bei Injektion kleiner Volumina wichtig.
Der Gummistopfen kann bis zu 50-mal durchstochen werden. Bei Mehrdosenbehältnissen sollte eine Aspirationsnadel zur Entnahme der Injektionslösung oder eine Impfpistole verwendet werden, um ein zu häufiges Anstechen des Gummistopfens zu vermeiden.
Nebenwirkungen
Schweine:
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Unbestimmte Häufigkeit: |
Vermehrter Speichelfluss*, Zittern*, Hecheln* Reversibler Penisprolaps bei Ebern |
*(bei hohen Dosierungen). Diese Nebenwirkungen verschwinden spontan und hinterlassen keine dauerhafte Beeinträchtigung.
Die Meldung von Nebenwirkungen ist wichtig. Sie ermöglicht die kontinuierliche Überwachung der Verträglichkeit eines Tierarzneimittels. Die Meldungen sind vorzugsweise durch einen Tierarzt über das nationale Meldesystem an das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) oder an den Zulassungsinhaber zu senden. Die Kontaktdaten sind im letzten Abschnitt der Packungsbeilage angegeben. Meldebögen und Kontaktdaten des BVL sind auf der Internetseite http://www-vet-uaw.de/ zu finden oder können per E-Mail (uaw@bvl.bund.de) angefordert werden. Für Tierärzte besteht die Möglichkeit der elektronischen Meldung auf der oben genannten Internetseite.