Milchsäure Bernburg
Wirkstoff
ATC-Code
Tierarten
Honigbiene (Apis mellifera)
Indikationen
Zur Behandlung der Varroose (Varroa destructor) bei Honigbienen (Apis mellifera).
Wartezeit
Honig: Null Tage
Dosierung und Art der Anwendung
Lösung zur Sprühanwendung für Bienen.
Spätherbst-/Winterbehandlung:
Eine Milchsäurebehandlung von Bienenvölkern zur Bekämpfung der Varroose sollte im Spätherbst/
Winter erfolgen. Die Völker müssen brutfrei sein und die Außentemperatur sollte zwischen 4 °C und 10 °C liegen. Bei garantierter Brutfreiheit darf die Außentemperatur auch über 10 °C liegen, jedoch sollte keine Flugaktivität zu verzeichnen sein.
Die empfohlene Behandlung besteht aus zweimaligem, d.h. im Abstand von 3 Tagen wiederholtem Aufsprühen von 15%iger Milchsäurelösung direkt auf die mit Bienen besetzten Waben.
Eine Sprühflasche oder ähnliches Hilfsmittel zum Auftragen der gebrauchsfertigen Lösung verwenden. Die Waben werden einzeln herausgenommen. Je 8 ml des Tierarzneimittels werden pro Wabenseite mittels Sprühtechnik direkt auf die Wabe und die darauf befindlichen Bienen aufgebracht. Es ist auf ein gleichmäßiges und zügiges Aufsprühen der Milchsäurelösung zu achten.
Für eine genaue Dosierung mit der Sprühflasche 10 Pumpstöße in einen Messbecher sprühen und die Menge pro Pumpstoß berechnen. Anschließend die Anzahl der Pumpstöße für die Behandlung einer Wabenseite berechnen.
Sommerbehandlung:
Eine Sommerbehandlung mit 15%iger Milchsäurelösung empfiehlt sich, z.B. nach dem Einschlagen eines Kunstschwarmes oder bei Ablegerbildung. Wesentlich ist, dass keine gedeckelte Bienenbrut vorhanden ist, da Milchsäure nicht in diese hineinwirkt. Die Behandlung muss zu Tageszeiten durchgeführt werden, in denen die Bienen nicht ausfliegen. Nur so ist eine ausreichende Effektivität zu erzielen.
Honigproduzenten sollten beachten, dass bestimmte Qualitätsanforderungen für Honig nur einen begrenzten Säuregehalt und keine Geschmacks- oder Geruchabweichungen zulassen. Es wird daher empfohlen, die Behandlung von Wirtschaftsvölkern ohne aufgesetzte Honigräume durchzuführen oder die Behandlung nach der Honigernte auszuführen. Nicht auf Waben sprühen, die für die Honigproduktion im laufenden Jahr verwendet werden.
Wenn offene Brut vorhanden ist, sollte die Milchsäurelösung nicht senkrecht aufgesprüht werden, um eine Schädigung der Brut zu vermeiden. Die Durchführung entspricht ansonsten der einer Winterbehandlung.
Nebenwirkungen
In der Regel ist mit einem vorübergehenden moderaten Anstieg des Totenfalls zu rechnen, der aber ohne nachhaltige Auswirkungen auf die Volkstärke bleibt.
Infolge von Behandlungen bei Außentemperaturen unterhalb 4 °C ist allerdings mit höherem Totenfall zu rechnen.
Die Meldung von Nebenwirkungen ist wichtig. Sie ermöglicht die kontinuierliche Überwachung der Verträglichkeit eines Tierarzneimittels. Die Meldungen sind vorzugsweise durch einen Tierarzt über das nationale Meldesystem an das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) oder an den Zulassungsinhaber oder seinen örtlichen Vertreter zu senden. Die Kontaktdaten sind im letzten Abschnitt der Packungsbeilage angegeben. Meldebögen und Kontaktdaten des BVL sind auf der Internetseite https://www.vet-uaw.de/ zu finden oder können per E-Mail (uaw@bvl.bund.de) angefordert werden. Für Tierärzte besteht die Möglichkeit der elektronischen Meldung auf der oben genannten Internetseite.
Literaturhinweis

STATUS | Im Handel verfügbar |
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