Detogesic

1 x 15 ml
Injektionslösung
IV

Tierarten

Pferd.

Diagnosen

Zur Sedierung und Analgesie bei Pferden während verschiedener Untersuchungen und Behandlungen und in Situationen, in denen der Umgang mit den Tieren durch die Verabreichung des Tierarzneimittels erleichtert wird.

Zur Prämedikation vor der Verabreichung von Injektions- oder Inhalationsnarkotika.

Wartezeit

Essbare Gewebe: 2 Tage

Milch: 12 Stunden

Dosierung und Art der Anwendung

Zur intravenösen Anwendung.

Zur langsamen intravenösen Injektion von Detomidinhydrochlorid in einer Dosis von 10–80 μg/kg, abhängig vom Grad und der Dauer der erforderlichen Sedierung und Analgesie.

Um eine korrekte Dosierung zu gewährleisten, sollte das Körpergewicht so genau wie möglich ermittelt werden.

Einmalige Anwendung (Pferde)

Dosis

ml/100 kg μg/kg

Wirkung

Wirkungsdauer (Std.)

Andere

Wirkungen

0,1–0,2

10–20

Sedierung

0,5–1

 

0,2–0,4

20–40

Sedierung und

Analgesie

0,5–1

Leichtes

Schwanken

0,4–0,8

40–80

Tiefere Sedierung und stärkere

Analgesie

0,5–2

Schwanken,

Schwitzen,

Piloerektion,

Muskelzittern

 

Der Wirkungseintritt erfolgt 2–5 Minuten nach der i.v. Injektion . Die volle Wirkung tritt 10–15 Minuten nach der i.v. Injektion ein. Falls erforderlich, kann Detomidinhydrochlorid bis zu einer Gesamtdosis von 80 μg/kg verabreicht werden.

Die folgenden Dosierungsanweisungen zeigen verschiedene Kombinationsmöglichkeiten von Detomidinhydrochlorid. Die gleichzeitige Anwendung mit anderen Tierarzneimitteln sollte jedoch immer auf der Grundlage einer Nutzen-Risiko-Bewertung durch den behandelnden Tierarzt erfolgen und muss unter Berücksichtigung der Fachinformation der jeweiligen Tierarzneimittel erfolgen.

Kombinationen mit Detomidin zur Verstärkung der Sedierung oder Analgesie beim stehenden Pferd

Detomidinhydrochlorid 10–30 μg/kg i.v. in Kombination mit entweder

• Butorphanol 0,025–0,05 mg/kg i.v. oder
• Levomethadon 0,05–0,1 mg/kg i.v. oder
• Acepromazin 0,02–0,05 mg/kg i.v.

  

Kombinationen mit Detomidin zur Einleitung der Allgemeinnarkose beim Pferd

Die folgenden Anästhetika können nach Detomidinhydrochlorid-Prämedikation (10–20 μg/kg) zum Ablegen bei Vollnarkose eingesetzt werden:

• Ketamin 2,2 mg/kg i.v. oder
• Thiopental 3–6 mg/kg i.v. oder
• Guaifenesin i.v. (bis zur Wirkung), gefolgt von Ketamin 2,2 mg/kg i.v.

 

Die Tierarzneimittel sollten vor Ketamin verabreicht werden und für das Eintreten der Sedierung sollte genügend Zeit (5 Minuten) eingeplant werden. Ketamin und das Tierarzneimittel dürfen daher niemals gleichzeitig in derselben Spritze verabreicht werden.

Kombinationen mit Detomidin und Inhalationsnarkotika beim Pferd

Detomidinhydrochlorid kann als sedierende Prämedikation (10–30 μg/kg) vor der Einleitung und Aufrechterhaltung der Inhalationsnarkose angewendet werden. Inhalationsnarkotika werden nach Wirkung verabreicht. Die notwendige Menge an Inhalationsnarkotika wird durch die Prämedikation mit Detomidin signifikant herabgesetzt.

Kombination mit Detomidin zur Aufrechterhaltung der Injektionsnarkose (totale intravenöse Anästhesie TIVA) beim Pferd

Detomidin kann in Kombination mit Ketamin und Guaifenesin zur Aufrechterhaltung der totalen intravenösen Anästhesie (TIVA) verwendet werden.

Die best-dokumentierte Lösung enthält Guaifenesin 50–100 mg/ml, Detomidinhydrochlorid 20 μg/ml und Ketamin 2 mg/ml. 1 g Ketamin und 10 mg Detomidinhydrochlorid werden zu 500 ml 5–10 %igem Guaifenesin gegeben; die Anästhesie wird durch eine Infusion von 1 ml/kg/h aufrechterhalten.

Nebenwirkungen

Pferd:

Sehr häufig

(> 1 Tier / 10 behandelte Tiere):

Arrhythmie1, Bradykardie, Herzblock2, Hypertonie (vorübergehend), Hypotonie (vorübergehend)

Hyperglykämie

Ataxie, Muskelzittern

Harnabsatz2

Penisvorfall (vorübergehend)3, Uteruskontraktionen

Vermehrtes Schwitzen (vorübergehend), Piloerektion

Hyperthermie, Hypothermie

Häufig

(1 bis 10 Tiere / 100 behandelte Tiere):

Hypersalivation (vorübergehend)

Nasenausfluss4

Hautschwellung6

Selten

(1 bis 10 Tiere / 10.000 behandelte Tiere):

Kolik7

Urtikaria

Hyperventilation, Atemdepression

Sehr selten

(< 1 Tier / 10.000 behandelte Tiere, einschließlich Einzelberichte):

Erregung

Überempfindlichkeitsreaktion

1,2 Verursacht Veränderungen der Leitfähigkeit des Herzmuskels, die sich in Form von partiellen
atrioventrikulären und sinuatrialen Blocks äußern.
3 Ein diuretischer Effekt kann 45 bis 60 Minuten nach der Behandlung beobachtet werden.
4 Ein partieller Penisvorfall kann bei Hengsten und Wallachen vorkommen.
5,6 Muköser Nasenausfluss und Ödeme des Kopfes und Gesichts können aufgrund eines
längeren Absenkens des Kopfes während der Sedierung beobachtet werden.
7 Wirkstoffe dieser Klasse hemmen die Darm-Motilität.

Schwach ausgeprägte Nebenwirkungen sind Berichten zufolge ohne Behandlung wieder abgeklungen. Nebenwirkungen sollten symptomatisch behandelt werden

Die Meldung von Nebenwirkungen ist wichtig. Sie ermöglicht die kontinuierliche Überwachung der Verträglichkeit eines Tierarzneimittels. Die Meldungen sind vorzugsweise durch einen Tierarzt über das nationale Meldesystem an das Bundesamt für Verbraucherschutz und

Lebensmittelsicherheit (BVL) oder an den Zulassungsinhaber zu senden. Die entsprechenden Kontaktdaten finden Sie in der Packungsbeilage. Meldebögen und Kontaktdaten des BVL sind auf der Internetseite https://www.vet-uaw.de/ zu finden oder können per E-Mail (uaw@bvl.bund.de) angefordert werden. Für Tierärzte besteht die Möglichkeit der elektronischen Meldung auf der oben genannten Internetseite.

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