Tialin
ATC-Code
Tierarten
Schwein, Huhn (Junghenne, Zuchttier, Legehenne) und Pute (Zuchttier, legende Pute)
Indikationen
Schwein
- Behandlung der Schweinedysenterie, verursacht durch Tiamulin-empfindliche Brachyspira hyodysenteriae.
- Behandlung der Porcinen Colon Spirochätose (Colitis), verursacht durch Tiamulinempfindliche Brachyspira pilosicoli.
- Behandlung der Porcinen Proliferativen Enteropathie (Ileitis), verursacht durch Tiamulinempfindliche Lawsonia intracellularis.
- Behandlung und Metaphylaxe der Enzootischen Pneumonie, verursacht durch Mycoplasma hyopneumoniae einschließlich Infektionen, die durch Pasteurella multocida kompliziert werden und die gegenüber Tiamulin empfindlich sind.
- Behandlung der Pleuropneumonie, verursacht durch Tiamulin-empfindliche Actinobacillus pleuropneumoniae.
Vor der Anwendung des Tierarzneimittels muss die Erkrankung im Bestand nachgewiesen sein.
Huhn
Behandlung und Metaphylaxe der Chronic Respiratory Disease, verursacht durch Tiamulinempfindliche Mycoplasma gallisepticum sowie der Luftsackentzündung und Infektiösen Synovitis, verursacht durch Tiamulin- empfindliche Mycoplasma synoviae.
Vor der Anwendung des Tierarzneimittels muss die Erkrankung im Bestand nachgewiesen sein.
Pute
Behandlung und Metaphylaxe der Infektiösen Sinusitis und Luftsackentzündung verursacht, durch Tiamulin-empfindliche Mycoplasma gallisepticum, Mycoplasma synoviae und Mycoplasma meleagridis.
Vor der Anwendung des Tierarzneimittels muss die Erkrankung im Bestand nachgewiesen sein.
Wartezeit
Schwein:
Essbare Gewebe: 2 Tage (8,8 mg Tiamulinhydrogenfumarat (entspricht 0,035 ml Lösung)/kg Körpergewicht)
Essbare Gewebe: 4 Tage (20 mg Tiamulinhydrogenfumarat (entspricht 0,08 ml Lösung)/kg Körpergewicht)
Hühner | ||
Essbare Gewebe: | 2 Tage | |
Eier: | Null Tage | |
Puten | ||
Essbare Gewebe: | 6 Tage |
Dosierung und Art der Anwendung
Zum Eingeben über das Trinkwasser.
Das Tierarzneimittel sollte unter Verwendung von geeigneten, kalibrierten Geräten verabreicht werden.
Anleitung zur Herstellung der Tierarzneimittel-Lösung:
Wenn große Mengen Wasser medikiert werden, sollte zuerst eine konzentrierte Lösung hergestellt und diese anschließend auf die gewünschte Endkonzentration verdünnt werden.
Das Tierarzneimittel ist in niedrigen Konzentrationen und bis zur maximalen Konzentration von 500 ml/L (1:2 Verdünnung) in mindestens 4 °C warmem Wasser löslich und stabil.
Das Tiamulin-medikierte Trinkwasser ist täglich frisch zuzubereiten. Vom Vortag übrig gebliebenes medikiertes Trinkwasser ist zu entsorgen.
Um eine korrekte Dosierung zu gewährleisten und Unterdosierung zu vermeiden, sollte das Körpergewicht so genau wie möglich ermittelt werden. Die Aufnahme von medikiertem Wasser richtet sich nach dem klinischen Zustand der Tiere. Die Tiamulinkonzentration muss dementsprechend angepasst werden, um die korrekte Dosierung zu erreichen.
Stellen Sie sicher, dass die Tiere während der Behandlung mit medikiertem Wasser keinen Zugang zu nicht-medikiertem Wasser haben.
Nach Beendigung des Behandlungszeitraumes ist das Tränkesystem fachgerecht zu reinigen, um die Aufnahme subtherapeutischer Wirkstoffmengen zu vermeiden.
Um Wechselwirkungen zwischen Ionophoren und Tiamulin zu vermeiden, sollten sich der Tierarzt und der Landwirt versichern, dass das Futter weder Salinomycin, Monensin noch Narasin enthält.
Im Falle von Hühnern und Puten sollte zur Vermeidung von Wechselwirkungen zwischen den inkompatiblen Ionophoren Monensin, Narasin oder Salinomycin und Tiamulin die Futtermühle, die das Geflügelfutter zur Verfügung stellt, darüber informiert werden, dass Tiamulin verwendet wird. Dementsprechend sollten diese Antikokzidia weder im Futter enthalten noch das Futter damit kontaminiert sein.
Das Futter sollte vor Gebrauch auf Ionophore getestet werden, wenn ein Verdacht auf eine Kontamination des Futters besteht.
Wenn eine Wechselwirkung auftritt, ist die Verabreichung von Tiamulin sofort zu beenden und das medikierte Wasser durch frisches Trinkwasser zu ersetzen. Verunreinigtes Futter ist schnellstens zu entfernen und durch Futter zu ersetzen, das keine Tiamulin-inkompatiblen Ionophore enthält.
Auf der Grundlage der empfohlenen Dosis sowie der Anzahl und des Gewichts der zu behandelnden Tiere sollte die genaue zu verabreichende Tagesmenge des Tierarzneimittels nach der folgenden Formel berechnet werden:
Schwein
Zur Behandlung der Schweinedysenterie, verursacht durch Brachyspira hyodysenteriae.
Die Dosierung beträgt 8,8 mg Tiamulinhydrogenfumarat (entsprechend 0,035 ml Lösung)/kg Körpergewicht täglich im Trinkwasser von Schweinen an 3 bis 5 aufeinanderfolgenden Tagen, abhängig von der Schwere der Infektion und/oder der Krankheitsdauer.
Zur Behandlung der Porcinen Colon Spirochätose (Colitis), verursacht durch Brachyspira pilosicoli.
Die Dosierung beträgt 8,8 mg Tiamulinhydrogenfumarat (entsprechend 0,035 ml Lösung)/kg Körpergewicht täglich im Trinkwasser von Schweinen an 3 bis 5 aufeinanderfolgenden Tagen, abhängig von der Schwere der Infektion und/oder der Krankheitsdauer.
Zur Behandlung der Porcinen Proliferativen Enteropathie (Ileitis), verursacht durch Lawsonia intracellularis.
Die Dosierung beträgt 8,8 mg Tiamulinhydrogenfumarat (entsprechend 0,035 ml Lösung)/kg Körpergewicht täglich im Trinkwasser von Schweinen an 5 aufeinanderfolgenden Tagen.
Zur Behandlung und Metaphylaxe der Enzootischen Pneumonie, verursacht durch Mycoplasma hyopneumoniae einschließlich Infektionen, die durch Pasteurella multocida kompliziert werden und die gegenüber Tiamulin empfindlich sind.
Die Dosierung beträgt 20 mg Tiamulinhydrogenfumarat (entsprechend 0,08 ml Lösung)/kg Körpergewicht täglich an 5 aufeinanderfolgenden Tagen.
Zur Behandlung der Pleuropneumonie, verursacht durch Tiamulin- empfindliche Actinobacillus pleuropneumoniae.
Die Dosierung beträgt 20 mg Tiamulinhydrogenfumarat (entsprechend 0,08 ml der Lösung)/kg Körpergewicht täglich an 5 aufeinanderfolgenden Tagen.
Huhn
Zur Behandlung und Metaphylaxe der Chronic Respiratory Disease, verursacht durch Mycoplasma gallisepticum sowie der Luftsackentzündung und der Infektiösen Synovitis, verursacht durch Mycoplasma synoviae.
Die Dosierung beträgt 25 mg Tiamulinhydrogenfumarat (entsprechend 0,1 ml Lösung)/kg Körpergewicht täglich an 3 bis 5 aufeinanderfolgenden Tagen.
Pute
Zur Behandlung und Metaphylaxe der Infektiösen Sinusitis und Luftsackentzündung, verursacht durch Mycoplasma gallisepticum, Mycoplasma synoviae und Mycoplasma meleagridis.
Die Dosierung beträgt 40 mg Tiamulinhydrogenfumarat (entsprechend 0,16 ml Lösung)/kg Körpergewicht täglich an 3 bis 5 aufeinanderfolgenden Tagen.
Nebenwirkungen
Schwein:
Selten (1 bis 10 Tiere / 10.000 behandelte Tiere): |
Hautrötung, Hautödem |
Sehr selten (< 1 Tier/10 000 behandelte Tiere, einschließlich Einzelfallberichte): |
Tod |
Unbekannte Häufigkeit (kann auf Basis der verfügbaren Daten nicht geschätzt werden) |
Apathie |
Huhn und Pute:
Keine bekannt.
DE: Die Meldung von Nebenwirkungen ist wichtig. Sie ermöglicht die kontinuierliche Überwachung der Verträglichkeit eines Tierarzneimittels. Die Meldungen sind vorzugsweise durch einen Tierarzt über das nationale Meldesystem an das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) oder an den Zulassungsinhaber zu senden. Die entsprechenden Kontaktdaten finden Sie in der Packungsbeilage. Meldebögen und Kontaktdaten des BVL sind auf der Internetseite https://www.vetuaw.de/ zu finden oder können per E-Mail (uaw@bvl.bund.de) angefordert werden. Für Tierärzte besteht die Möglichkeit der elektronischen Meldung auf der oben genannten Internetseite.
AT: Die Meldung von Nebenwirkungen ist wichtig. Sie ermöglicht die kontinuierliche Überwachung der Verträglichkeit eines Tierarzneimittels. Die Meldungen sind vorzugsweise durch einen Tierarzt über das nationale Meldesystem entweder an den Zulassungsinhaber oder seinen örtlichen Vertreter oder die zuständige nationale Behörde zu senden. Die entsprechenden Kontaktdaten finden Sie auch in der Packungsbeilage.
Literaturhinweis

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