Vetbromide
Wirkstoff
ATC-Code
Tierarten
Hund
Diagnosen
Antiepileptikum zur Kontrolle idiopathischer epileptischer Krampfanfälle, entweder zur Anwendung als Einzelwirkstoff oder zusammen mit Phenobarbital zur Kontrolle refraktärer Fälle von idiopathischer Epilepsie.
Wartezeit
Nicht zutreffend.
Dosierung und Art der Anwendung
Zum Eingeben.
Zweimal täglich zusammen mit dem Futter verabreichen, um das Risiko für Reizungen des Gastrointestinaltrakts zu verringern.
Bei Hunden mit starken und häufig auftretenden Krampfanfällen oder bei Hunden, die in kurzer Zeit von Phenobarbital auf Kaliumbromid umgestellt werden, kann über 5 Tage eine Initialdosis von 60 mg/kg Körpergewicht zweimal täglich (entspricht einer Tagesgesamtdosis von 120 mg/kg) angewendet werden, um rasch einen therapeutischen Serumspiegel zu erreichen.
Die Erhaltungsdosis ist individuell auf den Hund abzustimmen, da die erforderliche Dosis und der therapeutische Serum-Bromidspiegel von Tier zu Tier variieren können und von der Art und dem Schweregrad der zugrundeliegenden Erkrankung abhängen. Monotherapie:
Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 30 mg/kg Körpergewicht zweimal täglich (entspricht einer Tagesgesamtdosis von 60 mg/kg).
Begleittherapie in Kombination mit Phenobarbital:
Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 15 mg/kg Körpergewicht zweimal täglich (entspricht einer Tagesgesamtdosis von 30 mg/kg). Die Anwendung bei Hunden mit einem Körpergewicht unter 10 kg ist erst nach einer Nutzen-Risiko-Bewertung vorzunehmen; siehe Abschnitt 3.5.
Zu Beginn der Behandlung sollte der Serum-Bromidspiegel regelmäßig kontrolliert werden, z. B. 1 Woche und 1 Monat nach der Phase der Initialdosis und 3 Monate nach Behandlungsbeginn mit der Erhaltungsdosis. Der therapeutische Serumspiegel variiert von 1000 mg/l bis 3000 mg/l bei Anwendung von Kaliumbromid als Monotherapie und von 800 mg/l bis 2000 mg/l bei Anwendung von Kaliumbromid als Begleittherapie. Eine engmaschige Überwachung auf Nebenwirkungen ist ratsam, insbesondere wenn der Serum-Bromidspiegel den oberen Grenzwert des therapeutischen Bereichs für die Monotherapie erreicht hat.
Bei Hunden mit leichter bis mittelschwerer Niereninsuffizienz wird empfohlen, mindestens die Hälfte der anfänglichen Initialdosis zu verabreichen und den Serum-Bromidspiegel häufiger zu kontrollieren (siehe Abschnitt 3.5).
Wenn das klinische Ansprechen nicht zufriedenstellend ist oder wenn Nebenwirkungen auftreten, kann die Dosis auf Grundlage des Serum-Bromidspiegels des Hundes angepasst werden. Der Serumspiegel ist nach jeder Dosisanpassung zu bestimmen, und zwar sobald der Gleichgewichtszustand des Serumspiegels erreicht ist (in der Regel 3 Monate nach der Anpassung), es sei denn, eine frühere Bestimmung ist erforderlich. Wenn es im Einzelfall klinisch begründet ist, ist Eine Langzeitkontrolle des Serum-Bromidspiegels vorzunehmen.
Nebenwirkungen
Hund:
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Sehr häufig (> 1 Tier / 10 behandelte Tiere): |
Polyphagie (mit oder ohne Gewichtszunahme)1, Polydipsie (mit oder ohne Polyurie)1, Schwäche der hinteren Extremität1, Ataxie1, Sedierung1 Weicher Kot1, Diarrhoe1, Erbrechen1 |
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Häufig (1 bis 10 Tiere / 100 behandelte Tiere): |
Apathie1, Depression1, Übererregung1, Aggression1 Schnarchen (anormal)1, Husten1 Appetitlosigkeit1 Harninkontinenz1 und/oder nächtliches Harnabsetzen1 |
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Gelegentlich (1 bis 10 Tiere / 1 000 behandelte Tiere): |
Hauterkrankung1 |
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Unbestimmte Frequenz (kann auf Basis der verfügbaren Daten nicht geschätzt werden): |
Hohe pankreasspezifische Lipase (cPLi)2 Niedriges Thyroxin (T4)3, niedriges freies Thyroxin (FT4)3 |
1 Diese Nebenwirkungen können nach der ersten Behandlungsphase abklingen, können jedoch bei Hunden unter höherer Dosierung der Therapie auch bestehen bleiben. In solchen Fällen klingen die Symptome normalerweise nach einer Dosisverringerung ab. Sollte der Hund einen zu stark sedierten Eindruck erwecken, sind der Serum-Bromidspiegel, und – sofern zutreffend – der SerumPhenobarbitalspiegel zu überprüfen, um festzustellen, ob die Dosis eines der beiden Wirkstoffe verringert werden soll.
Wenn die Kaliumbromiddosis verringert wird, muss der Serum-Bromidspiegel kontrolliert werden, um sicherzustellen, dass dieser im therapeutischen Bereich liegt.
2 Es wurde zwar vermutet, dass Pankreatitis in Zusammenhang mit der Gabe von Bromid und/oder Phenobarbital auftreten kann, jedoch gibt es keinen schlüssigen Beweis für einen direkten kausalen Zusammenhang zwischen der Gabe von Bromid und dem Auftreten einer Pankreatitis bei Hunden.
3 Die Anwendung von Kaliumbromid bei Hunden kann zu einer Verringerung des T4-Plasmaspiegels führen, auch wenn diese nicht zwingend klinisch relevant ist.
Die Meldung von Nebenwirkungen ist wichtig. Sie ermöglicht die kontinuierliche Überwachung der Verträglichkeit eines Tierarzneimittels.
AT/ BE: Die Meldungen sind vorzugsweise durch einen Tierarzt über das nationale Meldesystem entweder an den Zulassungsinhaber oder seinen örtlichen Vertreter oder die zuständige nationale Behörde zu senden.
Die entsprechenden Kontaktdaten finden Sie in der Packungsbeilage.
DE: Die Meldungen sind vorzugsweise durch einen Tierarzt über das nationale Meldesystem an das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) oder an den Zulassungsinhaber oder seinen örtlichen Vertreter zu senden.
Die entsprechenden Kontaktdaten finden Sie in der Packungsbeilage. Meldebögen und Kontaktdaten des BVL sind auf der Internetseite https://www.vet-uaw.de/ zu finden oder können per E-Mail (uaw@bvl.bund.de) angefordert werden. Für Tierärzte besteht die Möglichkeit der elektronischen Meldung auf der oben genannten Internetseite.
Literaturhinweis
| STATUS | Im Handel verfügbar |
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