Libromide (> 11 kg)
Wirkstoff
ATC-Code
Tierarten
Hund.
Diagnosen
Antikonvulsivum zur Anwendung in Kombination mit Phenobarbital bei Hunden mit refraktärer Epilepsie.
Wartezeit
Nicht zutreffend.
Dosierung und Art der Anwendung
Zum Eingeben. Mit dem Futter verabreichen.
Das Tierarzneimittel ist zur Anwendung bei Hunden mit refraktärer Epilepsie geeignet, bei denen trotz einer angemessenen Phenobarbitaltherapie mit stabilen (steady state) Serumkonzentrationen im therapeutischen Bereich die Krampfanfälle nicht zufriedenstellend kontrolliert werden können. Die erforderliche Dosis muss bei allen Hunden je nach der Art und Schwere der Erkrankung individuell eingestellt werden.
Es sollten zu Beginn zweimal täglich 15 mg/kg Körpergewicht mit dem Futter verabreicht werden (einer Tagesgesamtdosis von 30 mg/kg entsprechend). Die zweimal tägliche Verabreichung soll das Risiko von gastrointestinalen Störungen reduzieren.
Die Tabletten können halbiert werden.
Da Bromid eine Halbwertszeit von 24 Tagen besitzt, kann es mehrere Wochen oder sogar Monate dauern, bis steady state- Konzentrationen im Serum erreicht werden. Nach Therapiebeginn sollten über mindestens drei Monate lang die Bromidkonzentrationen im Serum im Abstand von 4 Wochen gemessen werden. Die erwartete therapeutische Bromidkonzentration im Serum (bei gemeinsamer Gabe mit Phenobarbital) liegt bei 800 bis 2000 µg/ml. Dosisanpassungen sollten auf der Basis der Häufigkeit der Anfälle, der Halbwertszeit des Bromids und der Bromidkonzentrationen im Serum vorgenommen werden. Die Langzeitüberwachung der Serumkonzentration von Bromid (und entsprechend von Phenobarbital) sollte individuell aufgrund des klinischen Verlaufs erfolgen. Bei höheren Bromidspiegeln im Serum wird eine engere Überwachung auf Nebenwirkungen empfohlen.
Die Anwendung bei Hunden mit einem Körpergewicht unter 11 kg sollte nur nach einer NutzenRisiko-Bewertung durch den behandelnden Tierarzt erfolgen (siehe 3.5).
Um eine korrekte Dosierung zu gewährleisten, sollte das Körpergewicht so genau wie möglich ermittelt werden.
Nebenwirkungen
Hund:
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Häufig (1 bis 10 Tiere / 100 behandelte Tiere): |
Hohe pankreasspezifische Lipasea Dermatitis (Bromausschlag)b Polyurie Polyphagie, Polydipsie Erbrechen, Übelkeit Somnolenz, Ataxiec |
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Gelegentlich (1 bis 10 Tiere / 1 000 behandelte Tiere): |
Verhaltensstörung (z. B. Unruhe, Reizbarkeit) |
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Selten (1 bis 10 Tiere / 10 000 behandelte Tiere): |
Durchfalld |
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Sehr selten (< 1 Tier/10 000 behandelte Tiere, einschließlich Einzelfallberichte): |
Pankreatitisb, blutiger Durchfall Anorexie Sedierunge Hepatopathie Dyspnoe Vokalisation |
a Bei Hunden, die eine Kombinationstherapie aus Phenobarbital und Kaliumbromid erhalten. Dies ist unter Umständen mit klinischen Symptomen einer Pankreatitis assoziiert.
b Es kann eine symptomatische Behandlung erforderlich sein.
c Schwäche der Hinterhand und Koordinationsverlust.
d Vorübergehend.
e Ist der Hund ungewöhnlich ruhiggestellt, sollten die Serumspiegel von Kaliumbromid und Phenobarbital überprüft und gegebenenfalls die Dosis des entsprechenden Wirkstoffs reduziert werden.
Nebenwirkungen, die bei Hunden auftreten, die mit einer höheren Dosierung behandelt werden, verschwinden gewöhnlich nach einer Dosissenkung. Wird eine Dosissenkung vorgenommen, sollten die Serumbromidspiegel kontrolliert werden, um sicherzustellen, dass diese im therapeutischen Bereich bleiben.
Die Meldung von Nebenwirkungen ist wichtig. Sie ermöglicht die kontinuierliche Überwachung der Verträglichkeit eines Tierarzneimittels. Die Meldungen sind vorzugsweise durch einen Tierarzt über das nationale Meldesystem entweder an den Zulassungsinhaber oder seinen örtlichen Vertreter oder die zuständige nationale Behörde zu senden. Die entsprechenden Kontaktdaten finden Sie in der Packungsbeilage.
DE: Meldebögen und Kontaktdaten des BVL sind auf der Internetseite https://www.vet-uaw.de/ zu finden oder können per E-Mail (uaw@bvl.bund.de) angefordert werden. Für Tierärzte besteht die Möglichkeit der elektronischen Meldung auf der oben genannten Internetseite.