Metamizol
Zeigt 11 von 11 ErgebnisseMetamizol ist ein schmerzstillendes, fiebersenkendes und krampflösendes Wirkstof, das in der Tiermedizin eingesetzt wird. Es wird zur Behandlung von Schmerzen, Fieber und Krämpfen bei verschiedenen Tierarten angewendet.
Wesentliche Erkenntnisse
- COX-Hemmung: Metamizol hemmt die Cyclooxygenase (COX)-Enzyme, die für die Produktion von Prostaglandinen verantwortlich sind, welche Schmerzen und Entzündungen verursachen.
- Reduzierte Nervenempfindlichkeit: Das Wirkstof verringert die Empfindlichkeit der Nervenenden und reduziert so das Schmerzempfinden.
- Zentrale Wirkung: Metamizol wirkt auch auf das zentrale Nervensystem, was zu seinen schmerz- und fiebersenkenden Eigenschaften beiträgt.
- Selektive Toxizität:
Metamizol hat eine breite Sicherheitsmarge, wenn es korrekt verabreicht wird, und eignet sich besonders für Tiere, die eine kombinierte Schmerz- und Fieberbehandlung benötigen. Das Risiko von Nebenwirkungen ist relativ gering, jedoch ist bei Tieren mit Leber- oder Nierenproblemen Vorsicht geboten.
Pharmakokinetik
- Bioverfügbarkeit: Die Wirkung von Metamizol beruht nahezu vollständig auf seinen aktiven Metaboliten, mit einer Bioverfügbarkeit von nahezu 100 %.
- Plasmaproteinbindung: Die aktiven Metaboliten weisen eine mittlere Plasmaproteinbindung von etwa 48–58 % auf.
- Metabolismus: Metamizol wird nach Applikation rasch in der Leber durch Hydrolyse und anschließende Demethylierung metabolisiert.
- Eliminationshalbwertszeit: Die Halbwertszeit des Mutterstoffs beträgt nach parenteraler Gabe ca. 14 Minuten. Die Halbwertszeit der aktiven Metaboliten liegt dagegen bei 2 bis 4 Stunden.
- Wirkdauer: Die analgetische und antipyretische Wirkung hält in der Regel 4 bis 6 Stunden an.
- Ausscheidung: Die Elimination erfolgt überwiegend renal. Nach intravenöser Applikation werden etwa 96 % über den Urin und 4 % über den Kot ausgeschieden. Nach oraler Gabe erfolgt die renale Ausscheidung zu etwa 85 %.
Anwendung bei verschiedenen Tierarten
Hund
Metamizol wird bei Hunden häufig zur Behandlung von mäßigen bis starken viszeralen Schmerzen eingesetzt, insbesondere im Zusammenhang mit gastrointestinalen oder urogenitalen Beschwerden. Aufgrund seiner spasmolytischen Eigenschaften ist es besonders bei kolikartigen Symptomen von Nutzen. Da ein (selten dokumentiertes) Risiko einer Agranulozytose besteht, sollte die Anwendung bei längerer Therapie sorgfältig überwacht werden.
Katze
Die Anwendung bei Katzen ist kontroverser zu bewerten. Katzen besitzen eine eingeschränkte Glukuronidierungskapazität, was ihre Empfindlichkeit gegenüber bestimmten nichtsteroidalen Substanzen erhöht. Metamizol wurde off-label bei Katzen eingesetzt, wobei jedoch die Dosierung exakt angepasst und die Therapiedauer kurz gehalten werden sollte. Der hepatische Metabolismus sowie die renale Ausscheidung müssen insbesondere bei geriatrischen oder niereninsuffizienten Patienten berücksichtigt werden.
Pferd
In der Pferdemedizin findet Metamizol breite Anwendung als Zusatztherapie bei Koliken, insbesondere aufgrund seiner ausgeprägten spasmolytischen Wirkung auf die glatte Muskulatur. Es bietet eine wirksame kurzfristige Analgesie und wird häufig in Kombination mit anderen NSAR oder α2-Agonisten verabreicht. Die intravenöse Applikation ist hierbei üblich, mit raschem Wirkungseintritt.
Rind
Bei lebensmittelliefernden Tieren ist die Anwendung von Metamizol in einigen Ländern aufgrund von Rückstandsproblematiken eingeschränkt oder verboten. Wo es erlaubt ist, wird es typischerweise bei Fieberzuständen oder akuten Schmerzen, z. B. bei Mastitis oder postoperativ, eingesetzt. Die Einhaltung der Absetzfristen ist zwingend erforderlich. Off-label-Anwendungen bedürfen einer sorgfältigen veterinärmedizinischen Nutzen-Risiko-Abwägung im Rahmen der Umwidmungsregelung.