Prednisolon

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Prednisolon ist ein Glukokortikoid, das als entzündungshemmendes und immunsuppressives Wirkstof eingesetzt wird. Es wird häufig zur Behandlung von Allergien, Autoimmunerkrankungen und entzündlichen Zuständen bei Tieren verwendet.   Mehr lesen

Prednisolon ist ein Glukokortikoid, das als entzündungshemmendes und immunsuppressives Wirkstof eingesetzt wird. Es wird häufig zur Behandlung von Allergien, Autoimmunerkrankungen und entzündlichen Zuständen bei Tieren verwendet.

 

Wesentliche Erkenntnisse

  • Hemmung der Entzündung: Prednisolon reduziert die Produktion von Entzündungsmediatoren wie Prostaglandinen und Leukotrienen durch Hemmung des Enzyms Phospholipase A2.
  • Immunsuppression: Es verringert die Aktivität von Immunzellen und hilft, übermäßige Immunreaktionen zu kontrollieren.
  • Stoffwechseleffekte: Prednisolon beeinflusst den Stoffwechsel durch Erhöhung der Glukoneogenese und des Proteinabbaus.

 

Pharmakokinetik von Prednisolon

  • Bioverfügbarkeit: Prednisolon wird nach oraler Gabe gut resorbiert. Die Bioverfügbarkeit liegt beim Hund bei etwa 70–90 %. Bei anderen Spezies können Schwankungen auftreten, insbesondere bei Wiederkäuern aufgrund der Pansenpassage.
  • Plasmaproteinbindung: Prednisolon weist eine hohe Plasmaproteinbindung auf, meist zwischen 70–90 %, hauptsächlich an Albumin. Nur der ungebundene Anteil ist pharmakologisch aktiv.
  • Metabolismus: Prednisolon wird hauptsächlich in der Leber metabolisiert. Es kann reversibel in die biologisch inaktive Form Prednison überführt werden. Die hepatische Biotransformation erfolgt über Hydroxylierungs- und Konjugationsreaktionen.
  • Wirkdauer: Die Wirkdauer von Prednisolon liegt typischerweise bei 12 bis 36 Stunden, abhängig von Spezies, Applikationsform und individueller Stoffwechselaktivität. Als klassisches Glukokortikoid besitzt es eine mittellange Wirkzeit.
  • Eliminationshalbwertszeit: Die Plasmahalbwertszeit von Prednisolon beträgt etwa 2 bis 3,5 Stunden. Dabei handelt es sich um die pharmakokinetische Halbwertszeit; die pharmakodynamische Wirkung kann deutlich länger anhalten.
  • Ausscheidung: Die Ausscheidung erfolgt überwiegend renal. Prednisolon und seine Metaboliten werden in konjugierter Form (v. a. als Glukuronide und Sulfate) mit dem Urin eliminiert. Die renale Clearance ist bei nierengesunden Tieren effektiv.

 

Anwendung bei verschiedenen Tierarten

 

Hund

Prednisolon wird beim Hund breit eingesetzt zur Behandlung entzündlicher, immunvermittelter und allergischer Erkrankungen (z. B. atopische Dermatitis, Autoimmunhämolytische Anämie, IBD). Aufgrund der guten oralen Bioverfügbarkeit eignet es sich für eine systemische Langzeittherapie unter kontrollierter Dosisreduktion. Eine strenge Nutzen-Risiko-Abwägung ist bei chronischer Gabe wegen potenzieller Nebenwirkungen wie Cushing-Syndrom, Polyurie/Polydipsie und Immunsuppression erforderlich.

Katze

Katzen tolerieren Prednisolon im Vergleich zu Hunden meist besser und benötigen oft höhere Dosierungen pro Kilogramm Körpergewicht, da sie Prednison nur eingeschränkt zu Prednisolon aktivieren können. Es wird bevorzugt bei chronischen Entzündungen (z. B. lymphoplasmacytäre Enteritis, Asthma bronchiale) und immunvermittelten Erkrankungen eingesetzt. Eine Langzeitanwendung ist möglich, sollte aber regelmäßig überwacht werden.

Pferd

Beim Pferd wird Prednisolon seltener eingesetzt als Dexamethason, kommt jedoch bei bestimmten chronisch-entzündlichen Erkrankungen (z. B. allergisch bedingte Atemwegserkrankungen, autoimmune Hauterkrankungen) zum Einsatz. Aufgrund der eher mäßigen oralen Bioverfügbarkeit beim Pferd kann eine höhere Dosierung notwendig sein. Eine genaue Indikationsstellung und Abwägung gegenüber dopenden Wirkstoffen sind besonders im Sportpferdebereich wichtig.

Rind

Die Anwendung von Prednisolon bei lebensmittelliefernden Tieren ist restriktiv geregelt und in vielen Ländern nur unter Einhaltung strenger Absetzfristen zulässig. Es kann bei akuten entzündlichen Prozessen, z. B. bei Mastitis oder als Teil einer Schocktherapie, zur Anwendung kommen. Der therapeutische Nutzen muss mit der lebensmittelrechtlichen Verantwortung sorgfältig abgewogen werden. Off-label-Einsätze sind nur im Rahmen der Umwidmungsregelung erlaubt.

 

Rassespezifische Arzneimittelreaktionen

Lhasa Apsos, Pudel, Shih Tzus, Australian Silky Terriers, Yorkshire Terriers und Dackel haben eine rasse-spezifische Empfindlichkeit gegenüber subkutanen Injektionen von Glukokortikoiden, wie zum Beispiel Prednisolon, was zu lokalisierten Bereichen von Alopezie führen kann. Diese Reaktion kann zu dauerhaftem Haarausfall oder Hautveränderungen an der Injektionsstelle führen.

Aufgrund dieses Risikos wird die Verwendung von subkutanen Glukokortikoiden bei diesen Hunderassen nicht empfohlen

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